Gastroskopie/Magenspiegelung
Im Gegensatz zur Koloskopie (Darmspiegelung), die in Österreich ab dem 45. Lebensjahr zur Darmkrebsvorsorge empfohlen wird, ist die Gastroskopie keine routinemäßige Vorsorgeuntersuchung.
Eine Magenspiegelung wird in der Regel durchgeführt, wenn entsprechende Beschwerden, auffällige Befunde oder eine medizinische Indikation vorliegen. Dazu zählen beispielsweise:
- Schluckbeschwerden
- Sodbrennen und Reflux
- häufiges oder saures Aufstoßen
- anhaltende Schmerzen im Oberbauch
- Übelkeit oder Völlegefühl
- unklare Blutungen
- bei bestimmten Risikogruppen
- zur Kontrolle bereits bekannter Erkrankungen
Wie läuft eine Gastroskopie ab?
Für die Untersuchung müssen Sie nüchtern sein, damit der Magen möglichst leer ist.
Für die Vorbereitung gilt:
- Bis 6 Stunden vor der Untersuchung dürfen Sie noch feste Nahrung zu sich nehmen.
- Bis 2 Stunden vor der Untersuchung dürfen Sie noch klare Flüssigkeiten trinken, zum Beispiel Wasser, ungesüßten Tee oder Kaffee ohne Milch.
- Danach müssen Sie vollständig nüchtern bleiben.
Die Gastroskopie wird bei uns üblicherweise schonend im Dämmerschlaf durchgeführt. Dadurch bekommen Sie von der Untersuchung meist nichts mit. Die Untersuchung ist dadurch in der Regel schmerzfrei und dauert meist etwa 10–15 Minuten.
Über den Mund wird ein dünnes, biegsames Endoskop vorsichtig über die Speiseröhre in den Magen und weiter in den Zwölffingerdarm eingeführt. An der Spitze des Endoskops befinden sich eine Lichtquelle und eine hochauflösende Kamera. Dadurch können die Schleimhäute direkt und detailliert beurteilt und krankhafte Veränderungen erkannt werden.
Über einen Arbeitskanal können CO₂ und Wasser eingebracht werden. CO₂ wird dabei anstelle von Luft verwendet, da es vom Körper wesentlich schneller aufgenommen und wieder abgeatmet wird. Dadurch fühlen sich viele Patientinnen und Patienten nach der Untersuchung weniger aufgebläht.
Mit Wasser können Schleim oder Speisereste von der Schleimhaut entfernt werden, sodass eine optimale Beurteilung möglich ist. Über den Arbeitskanal können außerdem spezielle Instrumente eingeführt werden, beispielsweise um Gewebeproben (Biopsien) zu entnehmen oder kleinere Veränderungen und Polypen abzutragen.
Komplikationen sind bei einer diagnostischen Gastroskopie selten. Wie bei jedem medizinischen Eingriff werden Sie vor der Untersuchung ausführlich über den Ablauf und mögliche Risiken informiert.
Welche Erkrankungen können bei einer Gastroskopie festgestellt werden?
1. Gastritis
Eine Gastritis ist eine akute oder chronische Entzündung der Magenschleimhaut. Häufige Ursachen sind unter anderem eine Infektion mit Helicobacter pylori, bestimmte Medikamente – insbesondere Schmerzmittel – sowie weitere Faktoren.
Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Sie kann beispielsweise eine Anpassung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten, Säureblockern oder – bei einer Helicobacter-pylori-Infektion – eine gezielte Antibiotikatherapie umfassen.
2. Refluxerkrankung
Bei einer Refluxerkrankung gelangt Magensäure bzw. Mageninhalt wiederholt in die Speiseröhre. Typische Beschwerden sind Sodbrennen, saures Aufstoßen oder ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein.
Die Behandlung richtet sich nach den Beschwerden und den erhobenen Befunden. Sie kann unter anderem eine Änderung bestimmter Lebensgewohnheiten und säurehemmende Medikamente umfassen. Bei bestimmten Patient:innen kann bei entsprechender Indikation auch eine operative Behandlung in Betracht gezogen werden.
3. Helicobacter pylori
Helicobacter pylori ist ein Bakterium, das die Magenschleimhaut besiedeln kann. Es kann chronische Entzündungen sowie Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre verursachen und ist mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung von Magenkrebs verbunden.
Bei einer nachgewiesenen Infektion wird in der Regel eine Eradikationstherapie durchgeführt. Dabei werden mehrere Antibiotika mit einem säurehemmenden Medikament kombiniert. Ziel ist es, das Bakterium vollständig zu beseitigen und dadurch Folgeerkrankungen zu verhindern.
4. Zwerchfellbruch (Hiatushernie)
Bei einer Hiatushernie verlagern sich Teile des Magens durch eine Öffnung im Zwerchfell in Richtung Brustraum.
Eine Hiatushernie kann völlig beschwerdefrei sein, aber auch Beschwerden wie Sodbrennen, Reflux oder gelegentlich Husten begünstigen.
Die Behandlung richtet sich nach den Beschwerden und dem Ausmaß der Hiatushernie. In bestimmten Fällen kann eine operative Behandlung sinnvoll sein.
5. Magengeschwür
Ein Magengeschwür (Ulkus) ist eine tiefergehende Schleimhautverletzung des Magens. Mögliche Beschwerden sind Oberbauchschmerzen, Übelkeit oder Völlegefühl. Häufige Ursachen sind Helicobacter pylori sowie bestimmte Medikamente, insbesondere Schmerzmittel.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und kann beispielsweise mit Säureblockern erfolgen. Bei einer Helicobacter-pylori-Infektion ist eine entsprechende Eradikationstherapie erforderlich.